Monsterjäger und tragische Hintergrundgeschichten

  • "The American Nightmare" behandelt das Thema etwas und zeigt auf, dass es häufig dazu benutzt wird um die Fragestellung in den Raum zu werfen "Wer/was ist eigentlich das Monster".

    Zudem gibt es so dem Character denk ich, etwas mehr Tiefe.

    "Ich töte Monster, weil ich Geld brauche, bzw. weil mir langweilig ist" ist immer etwas dröge.

    Mord/Grauen ohne Motivation ist ja eher das Sinnbild der meisten Monster.

  • Die Frage ist ja nicht "Braucht ein Monsterjäger einen Hintergrundgeschichte?" sondern "Muß eine Monsterjäger immer eine tragische Hintergrundgeschichte besitzen - oder ist diese Verkettung nur ein ziemlich häufiger Zufall?". ;)


    Außerdem muß man als Monsterjäger ja nicht gleichzeitig ein Mörder sein. (Obwohl dies durchaus durch persönliche Ansichten geprägt wird, vergleiche "Soldaten sind Mörder".)


    Als weitere, eher selten genutzte Hintergrundgeschichten kämen ja auch "Familienauftrag oder Tradition", "kosmische oder arbeitsbezogene Berufung", "(untragischer) Kontakt mit dem Übernatürlichen und hohes Beschützer-/Gerechtigkeits-/Verantwortungsempfinden" oder "einzige persönlichkeits- oder fähigkeitenbezogene Wahl" halt jeweils ohne tragische Verwicklungen in Frage.


    ... und alle diese Leute könnten dann ein positives Bild mit einer vernünftigen Motivation darstellen, ohne selbst zum Mörder/Monster stigmatisiert zu werden.


    Das Trope der tragischen Hintergrundgeschichte des Monsterjägers wird zumindest in Filme und Serien nur all zu gern verwendet ...

  • Eine tragische Hintergrundgeschichte mit einem oder mehrern Monstern, macht sich im Lebenslauf eines Monsterjägers besonders gut (hat seit Kinderjahren Berufserfahrung).


    Wahrscheinlich ist es ein relativ einfacher Weg die Motivation zuerklären (selbstmörderische Situationen) und als Zuschauer hat man einen emotionalen Zugang zum Jäger.

  • Ich habe recht viele Geschichten, in denen es um das beseitigen von Monstern und Dämonen ging, gelesen und gesehen und die "Monsterjäger aus Familientradiition"-Motivation kommt auch sehr häufig vor.
    Bei mehreren Hauptcharakteren hat man oft einen Mix.

    Die Hauptperson, die den Leser an die Dämonenjägerwelt heranführen soll, hatte erst kürzlich ein einschneidendes Erlebnis mit Dämonen. Entweder sehr tragisch mit Tod von Freunden und Verwandten oder sie hat einfach nur etwas erfahren, was außerhalb der Dämoenjägerkreise keiner wissen darf.

    Und die anderen Hauptpersonen oder wichtige Nebenpersonen gibt es dann in den Ausführungen:
    Person aus traditionsreicher Jägerfamilie mit Stock im Arsch

    Person, die eigentlich zu traditionsreicher Familie gehört, aber verstoßen wurde oder sie von sich aus hinter sich gelassen hat, weil die Werte nicht übereinstimmen. Eventuell ist auch die ganze Familie in Ungnade gefallen und die Person versucht den Ruf zu verbessern

    Person, die ähnlich wie der Hauptcharakter in die Branche geraten ist, aber schon ein paar Jahre Erfahrung gemacht hat

    Und wenn die Existenz von Monstern/Dämonen nicht geheim, sondern allgemein bekannt ist, hast du noch die Leute, die einfach nur das große Geld machen wollen, berühmt werden wollen oder irgendwelchen Idolen nachstreben.
    Die tragische Hintergrundgeschichte lässt sich aber mit der Zeit nicht vermeiden, weil der Job gefährlich ist und die Chance sehr hoch ist, dass man Kollegen und einem wichtige Personen verliert. Wenn die Monster nicht gerade Pokémon sind, sind sie meistens böse und verursachen gerne tragische Hintergrundgeschichten.

  • Person, die eigentlich zu traditionsreicher Familie gehört, aber verstoßen wurde oder sie von sich aus hinter sich gelassen hat, weil die Werte nicht übereinstimmen. Eventuell ist auch die ganze Familie in Ungnade gefallen und die Person versucht den Ruf zu verbessern

    Ist aber auch tragisch ...

    Person, die ähnlich wie der Hauptcharakter in die Branche geraten ist, aber schon ein paar Jahre Erfahrung gemacht hat

    ... also zu 50% auch tragisch?!?


    Und wenn die Existenz von Monstern/Dämonen nicht geheim, sondern allgemein bekannt ist, hast du noch die Leute, die einfach nur das große Geld machen wollen, berühmt werden wollen oder irgendwelchen Idolen nachstreben.

    DAS ist doch mal was. :)


    Die tragische Hintergrundgeschichte lässt sich aber mit der Zeit nicht vermeiden, weil der Job gefährlich ist

    DAS ist ein Argument!

    Aber ich meinte eigentlich den Einstiegshintergrund.

    Doch der Punkt ist ziemlich gut. ;)



    Was liest Du denn da so?

    Vielleicht gibt es ja einen Unterchied zwischen den schreibenden Kulturen?

    (Obwohl dieser neuere Anime mit dem Dämonenjägerjungen und seiner Dämonenschwester auch ausgesprochen Plump beginnt, vor allem wen man bedenkt, wie bedeutend dieser Junge und seine Schwester später, und im Grunde auch retroaktiv, sind ...)

  • Was liest Du denn da so?

    Vielleicht gibt es ja einen Unterchied zwischen den schreibenden Kulturen?

    (Obwohl dieser neuere Anime mit dem Dämonenjägerjungen und seiner Dämonenschwester auch ausgesprochen Plump beginnt, vor allem wen man bedenkt, wie bedeutend dieser Junge und seine Schwester später, und im Grunde auch retroaktiv, sind ...)

    Battle Shonen Manga und Anime. Jugendliche, die Dämonen/Monster jagen, ist eine sehr klassische Prämisse. Beispiele wären Bleach, D.Gray-men, Blue Exorcist, Demon Slayer, Jujutsu Kaisen und etliche mehr, die ich aber nicht alle gelesen oder gesehen habe.
    Andere Action-lastige Serien ohne Fokus auf Monster/Dämonen haben, können auch die gleichen Charakterkonstellationen haben. Naruto schlägt komplett in diese Kerbe, auch wenn die Gegner meistens Menschen sind. Die Superheldenserie My Hero Academia hat z.B. dadurch, dass es keine Geheimgesellschaft ist, hauptsächlich Charaktere, die eine Karriere als Held anstreben und eine normale Kindheit hatten. Das ist zwar in gewisser Weise frisch, aber ich finde es tatsächlich etwas langweilig, wenn die Helfen nur austauschbare Einsatzkräfte sind und keine Hintergrundgeschichte haben, die in den Plot eingebunden wird.

    Es kann durchaus sein, dass über Jahrhunderte etablierte Dämonenjägerclans und irgendwelche ihnen unterstellten Nebenfamilien in japanischen Geschichten häufiger Thema sind als in westlichen.

    Mir fehlt der Vergleichswert, weil ich so gut wie keine europäischen oder amerikanischen Werke zu diesem Thema konsumiert habe.

  • Oh-ha. 8|
    Dabei sind doch diese durch Serien wie Supernatural oder früher auch Akte-X und First Wave und so total weit verbreitet gewesen. 8)

    Von Supernatural habe ich nur eine halbe Folge gesehen und fands albern. Als Akte-X populär war, war ich zu jung. Vieles davon lief auch zu Uhrzeiten zu denen ich entweder keine Kontrolle darüber hatte, was im Fernsehen lief oder geschlafen habe. Ich habe insgesamt nur wenige Realserien regelmäßig geschaut und keine Lust diese langen Serien nachzuholen.

  • keine Lust diese langen Serien nachzuholen.

    Lohnt sich auch häufig nicht, weil diese Serien gerne mal schlecht gealtert oder sehr nieschige Inhalte haben.



    Jedenfalls ist es in den westlichen Medien eher häufig der Fall, daß den Protagonisten was schlimmes passiert und die dann anfangen, daß zu jagen/verfolgen was die Ereignisse ausgelöst hat.

    Buffy wäre auch noch so ein Beispiel, allerdings ist der Pilotfilm, der genau dies darstellt, wirklich nicht mehr ansehbar. ;)

  • Mir ist gerade eingefallen, daß in Truth Seekers der Charakter von Nick Frost keine tragische Hintergrundgeschichte hat und dennoch gut funktioniert.

    (Die anderen beiden Haupt-Protagonisten schon, und auch noch einige der Nebenfiguren und Nebenprotagonisten, was allerdings meine These wieder bestätigt. ;) )


    [Edit:]

    Kommando zurück.

    Der hat auch eine tragische Hintergrundgeschichte, weiß es nur nicht. ;) :P

  • In dem Witcher Universum von Andrzej Sapkowski gehört das Trauma zur Grundausbildung des Monsterjägers, wenn es nicht schon vorher vorhanden war.


    In der TV-Serie Castlevania ist der ausschlaggebene Punkt die Familiengeschichte(Trauma inklusive) für den Protagonisten Trever, die Protagonisten Sypha handelt eher aus eigener Motivation.


    Wenn die Monsterjäger dazu gezwungen werden, oder ihnen diese Position zugeteilt wird, kann das Trauma auch weggelassen werden.


  • In dem Witcher Universum von Andrzej Sapkowski gehört das Trauma zur Grundausbildung des Monsterjägers, wenn es nicht schon vorher vorhanden war.

    Ha! Ich habe es immer gewußt!
    Das Trauma IST eine Bedingen!! :D


    In der TV-Serie Castlevania

    Ist das anschauenswert?

    Ich habe mal das Spiel, noch auf dem Gameboy, gespielt ... ;)


    und stimmt angesichts deren offenkundiger Qualen freudig ein Lied an.

    =O:D


    ... aber den den Pokeman geht es ja auch um Arenakämpfen zwischen Haustieren, die in unserer Welt global geächtet sind. ;)

  • Ich empfehlen mal reinzuschauen.


    Haustiere, Wildtiere, Nutztiere, mytische Kreaturen, Geister, Pflanzen, Aliens,... schade das Pokemon sich bisher nicht weiter entwickelt hat.:(