Drama um Adam Koebels Fuck Up - Far Verona

  • Es entfaltet sich offenbar schon seit Tagen eine riesige Kontroverse um das Finale von "Far Verona" Staffel 2


    kurzgesagt: Eine Spielerin ist ein Bot und trifft auf einen anderen Robo-Charakter der Sie vergewaltigt.


    "CONTENT WARNING: Explicit sexual assault at about the 1:16:00 mark until 1:18:53"


    Ich als GM stelle mir natürlich da die Frage, ob mir das auch so passieren könnte wie ihm. Er scheint echt nicht zu checken was da mit seinen Spielern abgeht.


    Ich persönlich finde es gut wenn die Welt relativ hart ist, was bedeutet, das in Mittelalter Fantasy bei mir Vergewaltigung als Thema auch bestimmt vorkommen kann. Zum Beispiel: wenn die Helden eine Belagerte Stadt verteidigen vor den plündernden Horden, die mMn bestimmt auch vergewaltigen werden. Oder ein NPC wird von der fiesesten Banditenbande entführt, dann hängt diese Bedrohung schon in der Luft.


    Auf der anderen Seite habe ich kein Interesse, besonders grausame oder eklige Dinge explizit auszuformulieren, oder in den Focus zu stellen, oder auch nur zuzulassen. Es geht ja darum das die Helden Ihren Job machen und das soll Ihnen ja auch gelingen.


    Was habt ihr für Standard Sicherheitstools oder fasst Ihr bestimmte Themen nie an?


    Tolf


    Hier noch sein Twitter mit Stellungname

    https://twitter.com/skinnyghost


    Youtube Stellungname von Koebel und JP (der eigentlich die Betreuung und Warnungen des Streams übernimmt, normalerweise...)


    Stellungnahme der Spielerin

  • Ich finde das Thema sexuelle Gewalt ein grundsätzlich sensibles Thema - und damit auch und vor allem in Rollenspielen.


    ABER ... grundsätzlich sollte das jede Spielgruppe mit allen Teilnehmern für sich entscheiden.
    (Gegebenenfalls mit den vernünftigsten Konsens, wenn es nicht geklärt wurde.)

    Darüber hinaus sollte jeder Spielleiter auch während des Spieles seinen persönlichen Standard vertreten, es sei denn, es gibt Spieler, sie einen sensibleren Standard und dies mitgeteilt haben.

  • Was ist den "vernünftiger Konsens", bei Vergewaltigungsroleplay?


    Als GM darüber zulachen wenn ein PC vergewaltigt wird und noch zu bestimmen das der PC die Vergewaltigung positiv wahrnimmt, müsste ein sehr niedriger Standart sein.

  • Ich persönlich finde es gut wenn die Welt relativ hart ist, was bedeutet, das in Mittelalter Fantasy bei mir Vergewaltigung als Thema auch bestimmt vorkommen kann. Zum Beispiel: wenn die Helden eine Belagerte Stadt verteidigen vor den plündernden Horden, die mMn bestimmt auch vergewaltigen werden. Oder ein NPC wird von der fiesesten Banditenbande entführt, dann hängt diese Bedrohung schon in der Luft.

    Ich brauch das nicht in meinen Spielen. Aber, alles ist fair game solange die mitspielenden Menschen damit (aufrichtiger Weise) einverstanden sind. Das heißt halt vorher drüber quasseln und eventuell Notfall-Mechanismen einbauen, aber halt erstmal davon aus gehen, dass falls kein Gespräch geführt wurde das nicht der Fall ist. So hat in D&D bspw. die Leitung in D&D oder so durchaus mein Einverständnis meinen Charakter zu töten, diese hat das nicht bzgl. sexueller Gewalt.

  • Ich nehme mal an, daß die Frage von Corax nur rhetorisch gemeint ist.


    Der gemeinsame Konsens ist natürlich die gesellschaftlich gemeinhin akzeptierte Norm.


    "Vergewaltigungsrollenspiel" entspricht im Rollenspiel, wie wir es betreiben entsprechend nicht dem vernünftigen Konsens.

    ... ebensowenig ein Spielleiter der darüber lacht ...


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    Übrigens ist der verbreitetste Notfallmechanismus, etwas zu sagen - etwa wie "Nee, so nicht, Leute!"


    Aber für Spieler/Spielgruppen, die damit Probleme haben, sich zu erheben und ihren Unmut kund zu tun, gibt es auch Maßnahmen wie Vorspielrundenabsprachen, Taboo-Listen und X-Karten (ein Zettel mit einem X, den man nehmen und zeigen oder auf den man draufhauen kann, wenn etwas massiv zu weit geht).


    Ich persönlich finde das alles eher nicht nötig und tendiere dazu, selbst darauf zu achten, daß alles in einem vernünftigen Rahmen bleibt (also die Spieler zu tyrannisieren) und immer wieder Nachspielrundengespräche zu führen (auch selbst als Spieler), um ein vernünftiges Feedback zu ermöglichen.


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    Aber ich möchte auch nochmals darauf hinweisen, daß es Spieler und Spielrunden gibt, die eine ganz andere Schmerzgrenze für "vernünftig" erachten.

    ... und die dürfen gern so spielen, wie sie mögen.

    ... aber gegebenenfalls nicht mit jedem. :rolleyes:

  • Ja da denk ich nur an Black Tokio oder Fatal, die quasi Vergewaltigung als RPG sind, vielleicht habe ich da was verpasst im ersten Video, oder es gibt im Setting noch Hintergründe aber das was dort passierte als Vergewaltigung zu bezeichnen ist etwas Übetrieben und senkt die Schwere die eine echte Vergewaltigung hat.

    Das Thema ist wichtig zu Besprechen, aber der Kontext das ein Roboter ein Gerät bekommt das alle Sensoren auf + setzt mit einer Vergewaltigung gleichzusetzen ist schon eine Nummer.... und das der Spielleiter darüber lacht ist mMn auch OK, scheinbar wurde die Lage auch im nachhinein wieder kaputt analysiert.

    ICH sehe bei dem GM keine Schuld, die Spielerin hat in der Nachbesprechung keinen Unmut bekündet und war sich nicht sicher wie der Charakter das Aufnehmen soll(perfekter Cut, da kann der Spieler sich ja bis zur nächsten Session was ausdenken).

    Generell über eine Vergewaltigung(was das hier nicht war,) zu lachen ist entweder Krank oder ein Abwehrmechanismus, und man sollte den Menschen auch immer erstmal nur gute Intentionen zu sprechen.

  • Jeder Mensch hat eine andere Schmerzgrenze für expliziten sexuellen Content. Und sexuelle Gewalt ist nochmal ein Schritt weiter, den viele Leute nicht wollen und brauchen.


    Ich hab vom dem Wirbel um Koebel auf Twitter erfahren, kenne jetzt aber den Clip noch nicht und kenne auch nicht Far Verona.

    Generell sollte auf jeden Fall in gemeinsames Level an Darstellung von sexullem Content vereinbart werden, und eine Spielerin/ einen Spieler ohne dessen Einverständnis mit sowas zu konfrontieren ist im harmlosesten Fall dumm und im schlimmsten Fall bösartig. Ich würde sagen, der Gm hatte noch GLÜCK, dass die Spielerin, die es betrifft, kein Problem damit hatte. Es hätte auch voll in die Hose gehen können.

    Das also abzutun, mit "mimimi, war doch nich so schlimm" und AUCH NOCH ein System wie deines zu promoten an dieser Stelle, opaldes , find ich grad derbe daneben.


    Auf Twitter gibt's grad nen Aufruf unter Autorinnen und Autoren, Vergewaltigungsszenen einfach sein zu lassen

    einfach mal nö

  • ICH sehe bei dem GM keine Schuld, die Spielerin hat in der Nachbesprechung keinen Unmut bekündet und war sich nicht sicher wie der Charakter das Aufnehmen soll(perfekter Cut, da kann der Spieler sich ja bis zur nächsten Session was ausdenken).

    Das ist nicht korrekt. Die Spielerin HAT in der Nachbesprechung gesagt, dass sie das kacke fand, hat Konsequenzen gezogen und ist aus der Runde ausgestiegen.
    Diese Nachbesprechung war nicht On-Air, da das eine Show ist, in der die Mitspielenden und auch der GM bezahlt werden. Sich On-Air darüber auszulassen wäre eben einfach nicht gerade ein Professioneller schritt. Ganz zu schweigen, dass Koebel seinen Fehltritt eingesehen hat.



    Das Issue ist NICHT, dass man sowas nicht machen darf. Das Issue IST, dass das eine Frage des Einverständnisses ist - und wenn kein explizites Gespräch über sowas geführt wurde, man halt einfach mal von gewissen Richtlinien auszugehen hat.

  • Das also abzutun, mit "mimimi, war doch nich so schlimm" und AUCH NOCH ein System wie deines zu promoten an dieser Stelle, opaldes , find ich grad derbe daneben.

    Habe nur Erwähnt das ich selbst an etwas Arbeite was potentiell bei Leuten anstoßen könnte und wie ich das handle, hat bis jetzt auch 2 mal ohne Probleme funktioniert. War ja auch vom Thread Ersteller gefragt wie man selbst sowas händelt.


    Auf Twitter gibt's grad nen Aufruf unter Autorinnen und Autoren, Vergewaltigungsszenen einfach sein zu lassen

    Gibts denn soviele davon, das man dazu aufrufen muss?(Ernste Frage) Kann mich an keines Erinnern wo das vorkam in meiner Sammlung.

  • opaldes Auf Twitter ging's um Rape Culture (nicht wegen Far Verona tatsächlich, sondern wegen Till Lindemann von Rammstein, aber es gab Überschneidungen) und das es in den Köpfen vieler Leute drin sei, das die Darstellung von Vergewaltigungen zu manchen Settings/Themen "dazugehört". (Disclaimer: Es geht NICHT darum, Vergewaltigung bzw. Opfer derer zu silencen.)


    Und wenn du Systeme als "Warnung" posten willst, dann kennzeichne das doch entsprechend und schreib nicht "Eigenwerbung".


  • 1.) Klicke auf das Auge fast gnaz rechts in der Auswahl.

    2.) Schreibe Deinen Text.

    3.) Ändere gegebenenfalls den Spoilertitel, indem Du das Wort Spoiler und dann in die Textzeile im Popup/Im-Fenster-Fenster klickts und schließlich nochmals speichern klickst.

    Ich klick aufs Auge und mein ganzer Text wird ins Spoiler gepackt, aber egal habs mit nem bischen copy and paste auch hingekriegt. Dachte nur man kann das auch wie bei der Fettschrift einfach markieren und drücken.

  • Nachdem ich mich schon einige Jahre gerade mit der Darstellung auf Aufarbeitung abgründiger Themen im Kontext Pen&Paper beschäftige, bin ich ganz allgemein überrascht wie wenig Spielleiter vorab Consent einholen, wenn Sie Themen bespielen möchten, die das Potenzial haben persönliche Grenzen zu überschreiten. Sexualität im Rollenspiel gehört grundsätzlich dazu. Würde ich Sexuelle Gewalt als Motiv für meine Rollenspielrunden deswegen grundsätzlich ausschließen wollen? Nein, das würde ich nicht. Ich bespiele solche Themen aber grundsätzlich nur mit Spielern, die ich 1.) sehr gut kenne und 2.) ausdrücklich nur, wenn es eine allgemeine Übereinkunft innerhalb der Spielrunde gibt, dass entsprechende Themen und Motive vorkommen dürfen/sollen. Es ist dann am Ende aber auch eine Frage der Darstellung, d.h. es spielt auch eine Rollen mit welcher Wortgewalt ein Motiv bespielt wird. Off-Sceen, implizit, angedeutet oder eben explizit ausgespielt.


    my two cents